Drei Fragen an Salka Schwarz, Präsidentin 2013/2014 des Lions Club Berlin Albert Einstein

Frau Schwarz, vor kurzem hat der Lions Club Berlin Albert Einstein unserem SABA-Programm eine Spende zukommen lassen, wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. Sie unterstützen SABA aber auch seit längerer Zeit mit persönlichem Engagement - können Sie uns kurz schildern, wie es dazu kam?
»Ob als Privatperson oder als Unternehmerin, ich engagiere mich auf unterschiedlichen Gebieten. Bildungsprojekte, wie >>> SABA beispielsweise, die sich an diejenigen richten, die lernen wollen, die sich dafür auch anstrengen und denen Bildung etwas bedeutet, sind mir persönlich und auch >>> LIONS dabei besonders wichtig.
SABA, davon bin ich überzeugt, hilft jungen, unfreiwillig ohne Schulabschluss dastehenden und gleichzeitig hoch ambitionierten und bildungswilligen Migrantinnen ein eigenständiges und unabhängiges Leben zu führen. SABA gibt ihnen einen Rahmen; sie strengen sich an, weil sie wissen, dass das sich lohnt und sie tun dies, weil es ihnen etwas bedeutet.«

Ihre Seminarangebote für SABA sind sehr praxisorientiert; es geht um sicheres Auftreten in Beruf und Ausbildung, Selbstpräsentation, Umgangsformen im täglichen Miteinander. Welches Feedback bekommen Sie von den Stipendiatinnen?
»Solch ein Seminar wollten viele von ihnen schon längst besuchen, es gibt ihnen mehr Sicherheit, sie finden es wichtig, interessant und es macht ihnen auch richtig viel Spaß.
Schnell wird den Stipendiatinnen klar, dass sie selbst ihr Auftreten ganz bewusst positiv gestalten können - und dass das besser klappen kann, wenn sie sich denn einige Kenntnisse über unsere Umgangsformen aneignen. Vielen Frauen wird erst in diesem Seminar bewusst, dass auch für sie neben der fachlichen Kompetenz ihr gesamtes persönliches Auftreten ein relevanter Erfolgsfaktor sein kann.
Gleich am Anfang dieses Seminars stelle ich die Frage: "Wie wollen Sie im Beruf von den anderen gesehen werden?" Wir einigen uns schließlich auf die Begriffe kompetent und sympathisch sowie auf authentisch und glaubwürdig und gehen dann der Frage nach, welches Verhalten und Aussehen im Beruf notwendig ist, um gleich auf den ersten Blick so auf andere zu wirken.
Auf dieser Basis besprechen wir dann einige recht komplexe Themen, die jeweils auf die spezifischen Ansprüche der Stipentiatinnen zugeschnitten sind. Für manche Stipendiatinnen war nicht klar, wie Unpünktlichkeit in Deutschland interpretiert werden kann; viele von ihnen wussten nicht, wie eine wertschätzende Begrüßung aussieht und welchen schönen historischen Ursprung sie hat und es gibt Stipentiatinnen, die sich fragen, welche Kopftuchfarbe in ihrem zukünftigen Beruf eher geeignet ist. Auch auf solche Fragen gehen wir im Seminar ein.«

Viele der Stipendiatinnen sind Mütter. Sie wissen, was Verantwortung bedeutet, wollen sich weiterentwickeln; oft spielt dabei eine künftige Arbeit im sozialen Bereich eine Rolle. In welchen Berufen und Berufungen sähen Sie persönlich die Frauen gern?
»So unterschiedlich die Biografien der SABA-Stipendiatinnen sind, so unterschiedlich sind auch ihre beruflichen Ambitionen und realistischen Perspektiven, denke ich.
Doch ohne Frage gilt für alle, dass ihnen erst ein adäquater Schulabschluss und eine berufliche Ausbildung, vielleicht sogar ein Studienabschluss, die selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht und ihnen die Möglichkeit eröffnet, ihre Zukunft selbst zu meistern sowie ihre Talente zu entfalten und eigene Interessen zu formulieren.
Gewiss werden sie auch zukünftig verstärkt auf die schulische Bildung und das kulturelle Wissen ihrer Kinder achten und sich schon somit an der Entwicklung und Gestaltung unserer Gesellschaft aktiv beteilgen.
Schön wäre es, wenn sie einmal in das Gespräch der Zivilisation eintreten und vielleicht sogar ihr persönliches Leben mit eigenem ehrenamtlichem Engagement bereichern. Eine Stipentiatin formulierte es so: "Ich möchte gern einmal Steuern zahlen." SABA ermöglicht es ihr.«

Ansprechpartner

Cora Stein
Telefon: +49 (0)69 271079514
cora.stein(at)crespo-foundation.de

Jennifer Mina
Telefon: +49 (0)69 271079516
jennifer.mina(at)crespo-foundation.de


Projektkoordination SABA Mentoring
Ute Chrysam

Telefon: +49 (0)69 91301028
chrysam(at)berami.de

Kooperationspartner

beramí berufliche Integration e.V.
Burgstraße 106
60389 Frankfurt
www.berami.de

Fotos

SABA-Stipendiatinnen
Jessica Schäfer
Ivo Söltner
Gabrielle Strijewski
Nina Werth



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