Interview mit J. Albrecht, Projektassistentin "Kreatives Schreiben"

Julia, wie kam Ihre Verbindung zu SABA zustande?
»Das war über eine ehemalige Stipendiatin: Wir studieren zusammen Soziale Arbeit in Darmstadt. Denise hat von >>> SABA geschwärmt. Sie gab mir auch eine der Postkarten, auf deren Rückseite die Kurzbeschreibung des Projekts steht.
Während unseres Studiums müssen wir ein einjähriges Praxismodul durchlaufen. Als mir dann ein Praktikum des Weltkulturen Museum Frankfurt angetragen wurde, das die Möglichkeit bot, auch am >>> aktuellen SABA-Kreativprojekt mitzuwirken, habe ich mich sofort dafür vorgestellt.«

Das Projekt befindet sich inzwischen in der Vorbereitungsphase für die Abschlusspräsentation im Mai 2015. Erinnern Sie sich an Ihre ursprünglichen Eindrücke der Gruppe?
»Oh, sehr gut! Als ich die Frauen zum ersten Mal sah, war mir sofort klar, dass wir Treffpunkte in unserer Geschichte haben: Sie sind Frauen und Migrantinnen und das bin ich auch. In gewisser Weise identifizierte ich mich sofort mit ihnen.
Nach einigen Gesprächen wurde mir allerdings bewusst, dass mein eigener Bildungswerdegang konventioneller war als jener der meisten Stipendiatinnen.
Ich bin beeindruckt von deren Engagement: dass sie versuchen, über die Struktur, die SABA ihnen bietet, eine berufliche Laufbahn zu schaffen. Ich denke, sie wollen sich befreien, mein Verständnis ist, dass sie unabhängig sein und sich selbst verwirklichen wollen. Bildung ist für alle, mit denen ich gesprochen habe, ein Weg, sich als Individuum auf die eigenen Beine zu stellen.«

Wie könnte aus Ihrer Sicht ein Folgeprojekt zum aktuellen aussehen?

»Ich würde mir für die Frauen ein Schreibprojekt wünschen, das weiter in die Richtung "sich selbst entdecken" ginge.
Als wir letztes Mal mit einer Bildersammlung gearbeitet haben, suchte sich jede Teilnehmerin ein Foto aus, das die Erinnerung an einen Aspekt ihres Lebens wachrief. Eine der Stipendiatinnen wählte das Bild eines Kriegsschauplatzes. Sie kommt aus Eritrea, war selbst Soldatin, hat als Sanitäterin gearbeitet.
Als ich später ihre Geschichte las, ahnte ich, dass die Verarbeitungsprozesse dieser Frauen noch lange nicht abgeschlossen sind: Sie könnten ein Folgeprojekt "Autobiographisches Schreiben" nutzen, um ihre Geschichten aus sich herauszuholen. Es dauert ja immer eine Weile, Vertrauen innerhalb einer Gruppe aufzubauen - bis man sich löst, sozusagen. Inzwischen sind die Frauen an einem Punkt, an dem biographische Schreibarbeit sie stärken könnte.«

Ansprechpartner

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Projektkoordination SABA Mentoring
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Kooperationspartner

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60389 Frankfurt
www.berami.de

Fotos

SABA-Stipendiatinnen
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Ivo Söltner
Gabrielle Strijewski
Nina Werth



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