»Ein Augenblick ist wenig - ein Blick ist viel.«
Hugo von Hofmannsthal


Fakten kurz gefasst

Augenblicke – vom Porträtfoto zum bewegten Bild  

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Doch wie setzt man Blicke in der Öffentlichkeit ein? Welche kulturellen Codes gibt es beim Aufnehmen des Blickkontakts, gibt es Spielregeln und wie entdeckt man die? Diese und andere Fragen stellten sich SchülerInnengruppen unterschiedlicher Schulformen im Workshop »Augenblicke«. Mit Digitalkameras filmten sie sich gegenseitig in Frankfurts U-Bahn-Stationen. Die 5-sekündigen Augen-Blicke wurden auf den dortigen Infoscreens geschaltet.

Projektbeginn
Frühjahr 2010

Kooperationspartner




Beteiligte Schulen




Präsentation


Öffentliche Vorführung


Evangelische Stadtakademie Römer9
Crespo Foundation
C. S. Stiftung

Hostatoschule Frankfurt
Klingerschule Frankfurt
Heinrich-Böll-Schule Hattersheim

15. April 2010 in der Evangelischen Stadtkademie Römer9

16. April - 1. Mai 2010 auf allen Infoscreens in den Frankfurter U- und S-Bahnstationen


Projektkontakt


Cora Stein

Referentin für Bildung und Soziales
Telefon:  +49 (0)69 27 10 795 14
cora.stein(at)crespo-foundation.de

Peter Loewy
Lehrer, Idee und Leitung
Telefon: +49 (069) 729323
peterloewy(at)t-online.de

Christian Kaufmann

Evangelische Stadtakademie
Telefon: +49 (069) 174 1526 -14
c.kaufmann(at)roemer9.de


Was war Augenblicke

Neugier, Symphatie, Provokation.… welchen kulturellen Codes unterliegen Blicke - und wie lange darf man schauen? Der Frankfurter Fotograf und Lehrer Peter Loewy erkundete mit Frankfurter SchülerInnen die Magie der Blicke: In der Porträtfotografie wurde mit Ausdruck und Bildkomposition experimentiert, später schwärmten die Jugendlichen mit Digitalcameras in die städtischen U-Bahn-Stationen aus, um sich dort gegenseitig zu filmen.
Während des Workshops »Augenblicke« entstanden so siebzehn 5-Sekunden-Clips, die ein kleines U-Bahn-Tabu brachen: Mal provokant, mal scheu, ernst oder vergnügt nahmen die Jugendlichen ihr Gegenüber ins Visier. Und Sie kennen ja das alte Spiel: Wer den Blick senkt, verliert...




Fragen an Peter Loewy, künstlerischer Leiter von »Augenblicke«

Haben Sie gemeinsam mit den Jugendlichen dramaturgische Vorgaben für die Filme entwickelt, oder passierte das alles spontan – sozusagen aus dem Augenblick heraus?
Loewy: Ich gab vor, dass die U-Bahn-Station als Ort sichtbar sein sollte; ich wollte eine Verdopplung, Augenblicke beim Warten im öffentlichen Raum. Die Person sollte einmal kurz in die Kamera schauen, auf den (Kamera-)Blick reagieren. Stehende Kamera. In den einzelnen Gruppen ist das unterschiedlich besprochen, erarbeitet und ausgeführt worden.
Gab es unter den vielen möglichen Blicken welche, die bei den Jugendlichen besonders beliebt waren?
Loewy: Ich glaube, der ernste, skeptische oder fragende Blick. Aber von Ablehnung bis Flirten kommt alles vor…
Sie haben bewusst mit SchülerInnen verschiedener Schulformen gearbeitet: Haben Sie da später in Ihrer kreativen Zusammenarbeit  Unterschiede bemerkt?
Loewy: Die Gymnasiasten waren sehr selbständig, die Berufsschüler sehr intensiv. Von den Hauptschülern sind leider einige abgesprungen, obwohl sie anfangs sehr beteiligt wirkten. Die zwei übrig gebliebenen wurden von je einer Schulform gut integriert. Vielleicht fehlte bei den Hauptschülern ein gewachsener, tragender Kontakt zwischen den Institutionen. 
Ist das Projekt mit der Präsentation auf den Infoscreens beendet?
Loewy: Dieser Workshop der Ultrakurzfilme ist damit beendet, ja. Schön wäre es natürlich, die entstandenen Porträts auch in den Schulen zu zeigen und das Thema im Unterricht weiter zu entwickeln, sowohl im Kunstunterricht als auch fächerübergreifend.
Da ich ja selbst Lehrer bin, kann ich mir auch gut vorstellen, anderen interessierten Lehrern von meinen Erfahrungen zu berichten.
Ein anderes Porträt-Projekt könnte diesem ähnlich beginnen - Bildkomposition, Ausdruck, Aussage - bräuchte dann aber andere Ergebnisse und Präsentationsformen, ein neues Ziel. 
Welches Thema nehmen Sie sich als nächstes vor? 
Loewy: 10-Sekunden-Filme, ein verdichtetes Stück Handlung. Über die Art der Veröffentlichung denke ich noch nach.


D  E
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